RELEASED: 15. Dezember 2004
ARTIST: Chased Crime
NUMBER OF DISCS: 1
Giving Names To Broken Things

Chased Crime – Giving Names To Broken Things
(metalnews.de – Thomas Brandt – 24.02.2005)

Die 1988 aus einer Bierlaune heraus gegründete Band CHASED CRIME hat mit „Giving Names To Broken Things“ nun ihr zweites Werk veröffentlicht. Mit den drei zuvor unter das Volk gebrachten Demo-Tapes und ihrem 94er Debütalbum „Transitory“ erreichte die noch weitgehend unbekannte Musikkapelle allerdings einen gewissen Kultstatus im Underground.

Was die Offenbacher Jungs uns hier bieten, ist Progressive Metal, der schön düster und auch immer mal wieder etwas krank, teilweise fast schon morbide rüberkommt. Dabei bleiben die Songs erfrischend abwechslungsreich, angereichert mit Melodien und Refrains, die direkt ins Ohr gehen. Ihre Instrumente beherrschen die Jungs einwandfrei und zocken technisch sauber und souverän die Stücke runter. Von den Gitarren gibt es viele Riffs und Melodien, auf Gefrickel wird aber weitgehend verzichtet. … Am Gesang könnten sich die Geister scheiden. Zuerst war auch ich etwas erschrocken, da Martins Stimme irgendwie so gar nicht zur Musik passen will. Doch bei jedem weiteren Durchlauf empfand ich immer mehr das genaue Gegenteil. In den höheren Tonlagen ist sie nicht immer ganz sauber, dafür kommen die dunkleren Screams aber umso besser. Die Stimmlage und die Gesangslinien erinnern etwas an DARK MILLENIUMs Christian Mertens, wobei diese dabei aber keinesfalls nur eine Kopie darstellen. Genau dieser etwas seltsame Gesang verleiht der Musik erst ihre Atmosphäre, lässt sie strange, krank und düster wirken. Dabei ist die Stimme in keinem Fall extrem, sondern eher melancholisch. Dennoch wird es mit Sicherheit Leute geben, denen die Stimme gar nicht zusagen wird. Sie wird die Band wohl entweder aufhalten oder aber – wie ich meine – ihr Markenzeichen werden.

CHASED CRIME haben hier wirklich ein ordentliches Progressive-Metal-Album abgeliefert, und wenn der nächste Silberling nicht weitere zehn Jahre auf sich warten lässt, werden die Offenbacher ihren Kultstatus nicht so bald verlieren und wir noch einiges von ihnen hören.

© chased crime 2015